Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 4

Die Zusammenführung meiner Kaninchen Paulchen, Minnie und Casi

Tag 4: TroFu-Test bestanden!

Am vierten Tag der Zusammenführung bin ich mir nun ganz sicher: hier passiert nichts Nennenswertes mehr. Zwar wird Minnie manchmal von dem sonst so schüchternen Casi berammelt und wird ihn dann kaum los – immerhin ist er ein schönes Stück größer als sie -, aber alles in allem ist es ruhig im Gehege. Es gibt keine Streitereien. Deshalb haben die Drei nun auch ein neues selbst gebautes Teil bekommen: ein Eckhaus mit zwei Rampen. Kaninchen sitzen ja gerne erhöht, damit sie alles besser überblicken können. Sie mögen aber auch Höhlen und ähnliche Rückzugsmöglichkeiten. Besonders Paulchen gefällt das neue Teil sehr.

Paulchen chillt im neuen Unterschlupf

Paulchen chillt im neuen Unterschlupf

Der TroFu-Test

Als krönenden Abschluss habe ich mein Trio dann dem ultimativen TroFu-Test unterzogen. (TroFu = Trockenfutter, selbstverständlich getreidefrei!)

Ich füttere während einer Vergesellschaftung prinzipiell kein Trockenfutter. Warum? Weil die Erfahrung gezeigt hat, dass manche Tiere derart verrückt danach sind, dass sie sich sogar darum streiten! Paulchen und Neo haben sich damals so arg gecatcht, dass ich die VG quasi von vorne beginnen musste. Deshalb bekommen meine Kaninchen ihre Leckerlis erst, wenn sie sich wirklich harmonisch verhalten. Bei Paulchen, Minnie und Casi war es heute soweit. Es gab eine bunte Mischung aus Gemüseschmaus, Weißdorn, Ringelblume und anderen Blüten und Kräutern.

Das TroFu wurde in Windeseile „eingesaugt“, ganz ohne Streitereien.
Test bestanden. VG abgeschlossen.

eine bunte Mischung aus Gemüse, Blüten und Kräutern aus dem Pfötchen-Shop

Das lieben alle: eine bunte Mischung aus Gemüse, Blüten und Kräutern

Zum Nachlesen:

„Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 3“

„Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 2“

„Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 1“

„Paarungszeit – 10 Tipps für die Zusammenführung von Kaninchen“

Monika K.
Tierfreundin & Inhaberin der Info-Seiten Pfötchen-Info

Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 3

Die Zusammenführung meiner Kaninchen Paulchen, Minnie und Casi

Tag 3: endlich mehr Platz!

Auch die zweite Nacht im Vergesellschaftungsgehege verlief angenehm ruhig. Nachdem sich Casi, Minnie und Paulchen also offenbar auf Anhieb verstanden haben, durften sie heute schon in ihr Zimmer umziehen, vorerst in ein ca. 6m²-Gehege (das noch nicht einmal fertig eingerichtet ist – wer konnte denn ahnen, dass das so schnell geht?). Das war super, endlich wieder Platz, sie haben sofort Sprints hingelegt und Luftsprünge gemacht! Jetzt sind sie entsprechend müde und müssen sich erst mal wieder ausruhen…

Wenn sie sich hier eingewöhnt haben und Frauchen die Baustelle rundherum beseitigt hat, wird die Tür geöffnet und dann haben sie 16 m² zum Toben. Jetzt bin ich mal gespannt, wie sie sich die erste Nacht im neuen Zuhause benehmen. Wird es weiterhin so harmonisch bleiben? Oder stellt am Ende jetzt eine(r) von ihnen Revieransprüche? Wir werden es sehen…

To be continued…

Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 4

Zum Nachlesen:

„Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 2“

„Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 1“

„Paarungszeit – 10 Tipps für die Zusammenführung von Kaninchen“

Monika K.
Tierfreundin & Inhaberin der Info-Seiten Pfötchen-Info

Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 2

Die Zusammenführung meiner Kaninchen Paulchen, Minnie und Casi

Tag 2: Friede oder Rammeln?

Die Nacht war ruhig. Fast zu ruhig für meine Begriffe. Am Morgen des zweiten Tages erwartet mich kein Chaos, wie sonst üblich. Kein umgestürztes Häuschen, kein verschüttetes Wasser, kein verwüstetes Gehege, nichts. Gerade mal ein kleines Fellbüschelchen, etwas verschobene Teppiche, aber sonst kein Anzeichen für eine Auseinandersetzung.

Es wird geputzt, geschlafen und gefressen. Gut, Paulchen kann sich wie immer nicht einbremsen und latscht in seiner gewohnt charmenten Art in’s – anstatt zum – Futter. Aber so ist er eben. Minnie und Casi stört das nicht. Sie fressen einfach weiter, um Paulchen herum:

 

Das liebe ich so an Schlappohren: sie sind so herrlich unkompliziert. Hauptsache, es gibt Futter ;-)
Es ist die schnellste 3er-Vergesellschaftung, die ich je erlebt habe. Drei Kaninchen, die sich auf Anhieb verstehen, gibt es so etwas überhaupt? Kann ich so viel Glück haben?

Wird diese Harmonie anhalten, oder ist das nur die Ruhe vor dem Sturm?

To be continued…

Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 3

Zum Nachlesen:

„Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 1“

„Paarungszeit – 10 Tipps für die Zusammenführung von Kaninchen“

Monika K.
Tierfreundin & Inhaberin der Info-Seiten Pfötchen-Info

Die Chronologie einer Vergesellschaftung: Tag 1

Die Zusammenführung meiner Kaninchen Paulchen, Minnie und Casi

Bis vor Kurzem hatte ich zwei Kaninchenpärchen: Paulchen und Minnie, zwei Schlappohren (im Fachjargon Zwergwidder genannt – wobei sie alles andere als Zwerge sind), Trixi, ein Stehöhrchen, und Casi, ein Steh-Schlappohr oder auch Propellerchen.
Von Trixi mussten wir uns leider kürzlich verabschieden, und so war Casi plötzlich alleine. Kaninchen dürfen auf keinen Fall längere Zeit alleine sein, sie sind sehr soziale Gruppentiere und brauchen unbedingt die Gesellschaft von anderen Kaninchen! Logische Konsequenz: Casi wird mit Minnie und Paulchen vergesellschaftet.

Über die richtige Zusammenführung von Kaninchen habe ich bereits in meinem Beitrag „Paarungszeit“ berichtet.

Tag 1: das Kennenlernen

Wie üblich wird ein Vergesellschaftungsgehege aufgebaut, nicht zu groß und nicht zu klein. Gerade so, dass die Tiere einander begegnen, aber auch noch ausweichen können:

Ein Vergesellschaftungs-Gehege sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein.

Zwei Häuschen und zwei Klos hinein, Wasser, Futter und Heu, und schon kann es losgehen:

Ziemlich unspektakulär, wie? Tja, so sind sie eben, die Schlappohren: gemütlich, kaum aggressiv, neugierig aber nicht aufdringlich.

Nun steht die Nacht an, die aktive Zeit für Kaninchen. Wird es jetzt erst spannend? Wird es rund gehen, wenn Frauchen und Herrschen schlafen, oder verstehen die drei sich etwa auf Anhieb? Wir werden es sehen. Und ich werde berichten.

To be continued…

Monika K.
Tierfreundin & Inhaberin der Info-Seiten Pfötchen-Info

Paarungszeit

10 Schritte für eine erfolgreiche Zusammenführung von Kaninchen

Man stelle sich einmal vor: da sitzt man zuhause am Sofa, und plötzlich steht ein wildfremder Mensch mit vollen Koffern im Zimmer, und der will einfach hier einziehen. Da wäre man auch nicht sonderlich erfreut, oder? Genau so geht es einem Kaninchen, dem man plötzlich ein neues, fremdes Kaninchen vor die Nase – in sein Revier! – setzt.

Viele Menschen haben Angst vor der Vergesellschaftung zweier (oder mehr) Kaninchen. Dabei ist es gar nicht so dramatisch, wenn man ein paar Punkte beachtet.

Kuscheltime_byMonikaKZuerst muss man verstehen, was in einem Kaninchen vorgeht, welche Bedürfnisse es hat und wie es mit dem Sozialverhalten aussieht. Kaninchen sind sehr soziale Tiere, sie brauchen mindestens einen Artgenossen, gerne auch mehr. In der Natur leben Wildkaninchen immer in Verbänden von üblicherweise etwa 6 bis 12 Tieren. Innerhalb dieser Verbände herrscht eine strenge Rangordnung. Jede Kaninchengruppe hat ihr Revier, das sie auch verteidigt. Kaninchen sind Fluchttiere (und deshalb auch nur bedingt zum Kuscheln geeignet), dennoch können sie auch durchaus angriffslustig sein, wenn da jemand Neuer ihnen ihr Revier streitig machen will.

Hat man das einmal verstanden, tut man sich gleich viel leichter mit der Vorbereitung einer Vergesellschaftung. Die wichtigsten Punkte habe ich hier zusammengetragen:

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Einzelhaft ist ekelhaft!

Nur in Gruppen sind Kaninchen glücklich

Die TOP TEN der dümmsten Gründe für Kaninchen-Einzelknast

10 Argumente gegen Einzelhaltung von Kaninchen

Tierschutz ist ein Kampf gegen Windmühlen. Ich will gar nicht nachrechnen, wie viele Stunden ich schon mit Beratung und Aufklärung zur Haltung und Ernährung von Kaninchen verbracht habe. Das schöne daran ist: der Großteil der Ratsuchenden ist wirklich dankbar für meine Tipps und setzt diese dann auch gleich mit Freude um. Schließlich will man seinem Haustier ja die bestmöglichen Haltungsbedingungen bieten.

Die Kehrseite sind die Beratungsresistenten: die Sturköpfe, die an ihrer eingefahrenen Meinung festhalten, egal wie gut die Gegenargumente auch sein mögen. Die Faulen, die einfach nichts ändern wollen, frei nach dem Motto „das passt schon so…“ und die Einfaltspinsel, die tatsächlich glauben: „mein Tier würde es mir zeigen, wenn es ihm nicht gut ginge“.

Das sind meine persönlichen

TOP-TEN-Ausreden, warum man seinem Kaninchen kein Partnertier holt:

1) „Kaninchen brauchen keinen Partner“

Falsch! Kaninchen haben ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten und brauchen den Kontakt zu ihresgleichen. In der Natur leben die Wildkaninchen in großen Familienverbänden mit einer fixen Rangordnung, sie graben ihre unterirdischen Bauten gemeinsam, kuscheln, schlafen und fressen gemeinsam, und sie betreiben gegenseitige Fellpflege. Warum also sollte das bei den Hauskaninchen anders sein??

2) „Mein Kaninchen fühlt sich wohl, es kommt immer zu mir auf’s Sofa zum Kuscheln“

Ja, weil es Kontakt sucht, einen Kuschelpartner braucht. Und in Ermangelung eines Partnertiers sucht es eben die Nähe „seines“ Menschen. Das hat nichts mit Liebe oder Zuneigung zu tun, sondern lediglich mit der Befriedigung eines natürlichen Bedürfnisses. Das Kaninchen geht einen Kompromiss ein: besser eine Stunde mit einem Menschen kuscheln als gar keine Wärme. Der Mensch kann aber niemals einen Kaninchenpartner ersetzen.

3) „Mein Kaninchen akzeptiert keine anderen!“

Äußerst unwahrscheinlich! Entweder wurde hier falsch vergesellschaftet (dazu demnächst mehr in einem eigenen Beitrag), oder das Verhalten der Tiere während der Zusammenführung wurde missverstanden. Kaninchen verteidigen ihr Revier, eines mehr, eines weniger, je nach Charakter. Da kann es schon einmal ruppig zugehen.
Oder es handelte sich um zwei – womöglich auch noch unkastrierte – Rammler, das geht auch meistens schief. Am besten klappt es übrigens mit einer Häsin und einem kastrierten (!) Rammler. Es gibt viele Gründe, warum eine Zusammenführung nicht klappen kann, in den meisten Fällen liegt das Problem allerdings in der mangelhaften Vorbereitung oder an den Umständen – im Endeffekt also am Menschen.
Nur einige wenige Tiere sind wirklich „Einzelgänger“, und selbst diese sind nicht „asozial geboren“, sondern haben entweder sehr schlechte Erfahrungen gemacht (verhaltensgestört aufgrund von Misshandlungen oder lebenslänglich fehlendem Sozialkontakt) oder haben vielleicht ein physisches Problem (Krankheit, Behinderung, bei unkastrierten Häsinnen eventuell Gebärmutterveränderungen).

NeoMein Neo ist ein klassisches Beispiel für ein gestörtes Einzelhaft-Kaninchen: 5 Jahre saß er alleine und unkastriert (also voller unausgelebter Triebe) in einem Kinderzimmer-Käfigknast, bis man sich aufgrund einer angeblichen Allergie dazu entschloss, ihn abzugeben. Als er bei uns ankam, war er total verstört, zeigte absonderliche Verhaltensmuster, er knurrte, kratzte und schlug wild um sich und biss auch schon mal zu, wenn man die Hand nicht schnell genug weg zog.  Ich ließ ihn kastrieren und vergesellschaftete ihn mit meiner Gruppe. Und siehe da, Neo ist heute ein fast normales Kaninchen, er lässt sich streicheln und zeigt keine Aggressionen mehr, weder gegenüber Artgenossen, noch gegenüber Menschen. Ausgenommen Männer, die mag er noch immer nicht und die sollten beim Füttern tunlichst etwas Abstand zu ihm halten. Irgendeine böse Erfahrung mit einem Mann muss ihm so tiefe psychische Wunden hinterlassen haben, dass er diese Männer-Aversion wohl nie mehr ablegen wird.

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